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Weniger Verkehrsschilder und ein gemeinsam genutzter Verkehrsraum

Keine Bürgersteige, keine Ampel, keine Verkehrsschilder, keine Zebrastreifen - und dennoch hat die Anzahl der Unfälle in der niederländischen Stadt Wolvega abgenommen. Dabei ist die Stadt gleichzeitig wohnenswerter geworden. Für die Braker Union soll dieses Verkehrsmodell Leitbild für die zukünftige Verkehrsplanung sein. Das was an der Kaje (siehe Bild oben) üblich ist - Fußgänger, Radfahren und bei Bedarf Autos teilen sich die Wege - soll in Teilen von Brake umgesetzt werden.

Ganz unbekannt ist diese Art der Verkehrsplanung aber auch in Brake nicht. Das Modell des gemeinsam genutzten Verkehrsraums, das europaweit ”shared space” genannt wird, ist in vielen Spielstraßen Brakes bereits zum Teil umgesetzt. Verkehrsflächen, die konsequent nach diesem System geplant werden, kennen meist keine Grenzen mehr zwischen Bürgersteig und Fahrbahn. Alle Verkehrsteilnehmer nutzen dabei nur eine Fläche. In der Schulstraße gibt es beispielsweise eine Spielstraße. Hier dürfen Kinder auch auf der Straße spielen. Allerdings ist die dunkle Fahrbahn als solche so gut zu erkennen, so dass viele Autofahrer durch die Straße rasen und nicht mehr mit möglichen Hinternnissen rechnen.

Dunkles Pflaster in der Schulstraße verleitet zum zu schnellen Fahren.

Fehlender Kontakt untereinander ist der Grund vieler Unfälle. Sie hätten durch eine bessere Verständigung verhindert werden können. Das beweisen auch die Unfallstatistiken. 60 bis 70 Prozent aller Unfälle entstehen durch Nichtbeachtung der Vorfahrt. Auf Straßen, bei denen die Vorfahrtsregelung nicht klar erkennbar ist, passieren weniger Unfälle. Denn wenn nicht mehr klar ist, wer Vorfahrt hat, treten die informellen Regeln menschicher Höflichkeit in Kraft. Es ist vielleicht zunächst etwas ungewohnt, aber es wirkt. Bewiesenermaßen auch in Deutschland: In Bohmte bei Osnabrück werden Unfälle im gemeinsam genutzten Verkehrsraum durch den Abbau von Verkehrsschildern vermieden.

Statt unnötiger Schilder und baulicher Barrieren, die die Menschen einengen, sorgen einfache Regeln für die ideale Verständigung. Die Braker CDU wird sich dafür einsetzen, dass dieses Prinzip der Straßengestaltung zukünftig auch in Brake da angewandt wird, wo Baumaßnahmen seitens der Stadt anstehen. Laut ADAC ist in Deutschland jedes dritte Schild überflüssig und sorgt für Verwirrung bei etwa drei Viertel aller Autofahrer. Durch weniger Schilder wird die Stadt zudem einige Euro pro Jahr sparen.

 
 
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